August ist Schmetterlingszeit

Auch noch im August lohnt sich die Suche nach Schmetterlingen, egal ob im Naturgarten, auf blütenreichen Wiesen oder im Wald.

Kaisermantel, Goldene Acht, Sechsfleckwidderchen

In der Schweiz leben gut über 200 Tagfalterarten. Recht bekannt ist beispielsweise der prächtige Schwalbenschwanz, der “als Kind” in Form der “Rüebliraupe” gelegentlich an Fenchel- oder Karottenkraut im Hausgarten zu finden ist. Doch auch weniger bekannte Tagfalterarten kommen bei uns vor und bereichern einen Spaziergang mit ihrer Schönheit.

Der orange leuchtende Kaisermantel kann beispielsweise beim Nektarsaugen auf Disteln neben Waldwegen (oder, wie im Bild, auf einer Wiesenflockenblume) beobachtet werden. Das Männchen dieser Art besitzt Streifen duftender Schuppen auf den Vorderflügeln, mit welchen potenzielle Partnerinnen angelockt werden.

Kaisermantel - F. Rüeger
Kaisermantel – F. Rüeger

Wer auf einer naturnahen Wiese einen gelb leuchtenden Falter sieht, denkt vermutlich zunächst an den Zitronenfalter. Ebenso wahrscheinlich ist aber auch, dass es sich dabei um eine Goldene Acht handelt. Diese Art gehört zu der Familie der Weisslinge und legt ihre Eier auf Schmetterlingsblütlern wie dem Hornklee ab, von welchem sich die Raupen ernähren.

Goldene Acht - F. Rüeger
Goldene Acht – F. Rüeger

Etwas kleiner und unscheinbarer, aber nicht weniger sehenswert, sind die sogenannten Widderchen. Die Fühler dieser Falter können gerollt werden und erinnern dann an Widderhörner. Die meisten bei uns vorkommenden Arten sind markant schwarz-rot gefärbt. Im Rafzerfeld kann beispielsweise das Sechsfleckwidderchen auf blütenreichen Wiesen beobachtet werden.

Sechsfleckwidderchen (Rafz) - D. Schweizer
Sechsfleckwidderchen (Rafz) – D. Schweizer

Juwelen der Nacht

Viele heimische Nachtfalter sind erstaunlich schön gefärbt, fallen aber wegen ihrer Flugzeit oft höchstens beim Schwirrflug unter Strassenlaternen auf. Umso mehr lohnt sich der genaue Blick, wenn man einmal einen sitzenden Nachtfalter zu Gesicht bekommt. Übrigens: Die Artenvielfalt bei den Nachtfaltern ist enorm. Alleine in der Schweiz werden weit über 2000 Arten gezählt.

Ein schönes Beispiel ist die Meldeneule, die ein erstaunliches Muster aus verschiedenen Grüntönen besitzt und auch im Rafzerfeld zu dieser Jahreszeit relativ häufig beobachtet werden kann.

Meldeneule (Wil) - D. Schweizer
Meldeneule (Wil) – D. Schweizer

Selbst sehr kleine und unscheinbare Nachtfalter sind teils überraschend farbenfroh. Diesen etwa einen Zentimeter kleinen Zünsler der Gattung Pyrausta haben wir beispielsweise nach einem Vereinsanlass in Wil unter einer Pergola entdeckt.

Zünsler Pyrausta (Wil) - D. Schweizer
Zünsler Pyrausta (Wil) – D. Schweizer

Literatur:

Thomas Bühler-Cortesi (2019): Schmetterlinge Tagfalter der Schweiz. Haupt Verlag, Bern

H. Bellmann, R. Ulrich (2016): Der Kosmos Schmetterlingsführer. Kosmos Verlag, Stuttgart